MSG 2 startet mit Ausrufezeichen in die Runde
TV Offenbach 2 – MSG Iggelheim/Meckenheim 2 27:34 (16:17)
Die erste Standortbestimmung hatte es gleich in sich. Zum Rundenauftakt musste die MSG Iggelheim/Meckenheim 2 beim TV Offenbach 2 antreten – einem Gegner, der in der vergangenen Saison erst in letzter Sekunde in der Relegation gegen die Nordpfälzer Wölfe aus der Verbandsliga in die BOL abgestiegen war. Viel mehr Herausforderung hätte man sich für den ersten Spieltag kaum wünschen können.
Entsprechend groß war die Anspannung vor dem Anpfiff. Am Ende durfte die MSG einen 34:27-Auswärtssieg feiern. Ein Ergebnis, das Selbstvertrauen gibt, aber zugleich keinen Anlass für voreilige Schlussfolgerungen liefert. Dafür ist die Runde noch zu jung und der Weg noch zu lang.
Nervöser Start in eine intensive Partie
Die MSG erwischte zunächst keinen optimalen Start. Das hohe Tempo war erwartet worden, dennoch war den Gästen in den ersten Minuten eine gewisse Nervosität anzumerken. Die ersten guten Chancen fanden noch nicht den Weg ins Offenbacher Tor und der TVO nutzte die Gelegenheit, um mit 2:0 in Führung zu gehen.
Die Reaktion der MSG war allerdings genau die richtige. Julian Hoffmann und Christian Hemmer sorgten schnell für den Ausgleich, ehe Offenbach beim 3:2 in der dritten Minute letztmals die Führung übernehmen konnte.
Danach entwickelte sich eine Partie, die ihrem Anspruch als erste Standortbestimmung gerecht wurde. Beide Mannschaften begegneten sich auf Augenhöhe. Die MSG konnte sich zwischenzeitlich immer wieder einen kleinen Vorsprung erarbeiten, doch Offenbach blieb dran und stellte den Ausgleich regelmäßig wieder her.
Es war ein Spiel, in dem um jeden Meter gekämpft wurde. Die Gastgeber gingen körperlich zu Werke und brachten eine Härte in die Begegnung, die der Unparteiische weitgehend zuließ. Die MSG stellte sich darauf ein und hielt dagegen. Beide Abwehrreihen arbeiteten intensiv, entsprechend mussten sich die Angreifer ihre Treffer hart erarbeiten.
Mit einer knappen 17:16-Führung ging die MSG in die Halbzeitpause.
Abwehr als Fundament
Gerade in der Defensive zeigte die Mannschaft bereits einige Qualitäten, die Trainer Gordon Amuser nach der Partie ausdrücklich hervorhob. Besonders der Innenblock mit Fabian zur Linden und Jonathan Grabbe erhielt ein Sonderlob.
„Die Aufgabenverteilung der beiden war an diesem Tag sehr stark. Wenn beide mal etwas nicht verteidigt bekommen haben, wurde von den Nebenleuten überragend ausgeholfen. Insgesamt hat die Mannschaft im Abwehr eine starke Leistung gezeigt.“
Die Aussage beschreibt zugleich eine der wesentlichen Stärken der MSG an diesem Tag: Es wurde nicht nur individuell verteidigt, sondern als Verbund gearbeitet. Fehler des Einzelnen wurden vom Nebenmann aufgefangen – eine Qualität, die sich im weiteren Spielverlauf noch als wichtig erweisen sollte.
Die Entscheidung fällt nach der 38. Minute
Auch nach dem Seitenwechsel blieb die Partie zunächst eng. Doch die MSG bekam zunehmend besseren Zugriff auf das Spiel. Ab der 38. Minute griff der Matchplan immer besser. Die Defensive stand stabiler, vorne wurden die sich bietenden Möglichkeiten konsequenter genutzt.
Aus dem knappen 19:20 wurde erstmals eine Vier-Tore-Führung: 19:23. Offenbach reagierte mit einer Auszeit.
Die MSG blieb ruhig und setzte ihren Weg fort. Ein weiterer wichtiger Moment folgte, als Fabian zur Linden eine Pause benötigte und Carsten Handl zu seinem Debüt im MSG-Trikot kam.
Der Neuzugang erwischte dabei einen bemerkenswerten Einstand. Zwischen der 45. und 51. Minute erzielte Handl sämtliche seiner fünf Treffer und half damit entscheidend, den Vorsprung auszubauen. Erst ein hartes Foul der Offenbacher Defensive stoppte seinen Lauf; Handl musste anschließend ausgewechselt werden.
Die MSG nutzte diese Phase konsequent und zog auf 23:31 davon. Acht Tore Vorsprung – die Vorentscheidung.
In der Schlussphase ließ die Mannschaft dann nichts mehr anbrennen. Offenbach versuchte zwar, noch einmal heranzukommen, doch die MSG blieb konzentriert und brachte den Vorsprung abgeklärt über die Zeit. Beim 27:34 ertönte der Schlusspfiff.
Nicht einer, sondern alle
Natürlich bleiben einzelne Szenen und Leistungen in Erinnerung. Carsten Handls fünf Treffer in seinem ersten Einsatz für die MSG gehören zweifellos dazu. Dennoch würde es dem Spiel nicht gerecht, einen einzelnen Spieler als Matchwinner herauszustellen.
Eigentlich hätte an diesem Tag jeder Spieler eine Erwähnung verdient.
Denn der Erfolg wurde nicht durch eine Einzelaktion, sondern durch die Leistung des gesamten Kaders ermöglicht. Jeder, der auf der Platte stand, leistete seinen Beitrag – sei es mit Toren, in der Abwehr, durch wichtige Aktionen in schwierigen Phasen oder durch die Bereitschaft, die Intensität der Partie über 60 Minuten mitzugehen.
Besonders erfreulich war dabei die Ausgeglichenheit des Kaders. Trainer Amuser konnte nahezu über die gesamte Spielzeit wechseln, ohne dass die Mannschaft dabei an Qualität verlor oder ihr Spielfluss abriss. Gerade in einer körperlich und mental fordernden Partie war dies ein entscheidender Vorteil.
Ein gelungener Start – mehr nicht, aber auch nicht weniger
Der 34:27-Erfolg in Offenbach ist zweifellos ein starker Auftakt. Gegen einen körperlich robusten und erfahrenen Gegner hat die MSG gezeigt, dass sie auch unter Druck ruhig bleiben und ein enges Spiel in der entscheidenden Phase zu ihren Gunsten drehen kann.
Gleichzeitig ordnet die Mannschaft den Erfolg realistisch ein. Ein Sieg am ersten Spieltag ist eine Momentaufnahme und noch kein Fingerzeig darauf, wo die MSG am Ende der Runde stehen wird. Dafür warten noch zahlreiche Aufgaben und Gegner, die ihre eigenen Qualitäten mitbringen werden.
Trainer Gordon Amuser sieht deshalb vor allem die Herausforderung darin, die gezeigte Leistung zu bestätigen:
„Ich bin absolut stolz auf die Leistung der Mannschaft und darauf, dass sich die lange Vorbereitung jetzt so ausgezahlt hat. Aber diese Leistung gilt es jetzt Woche für Woche im Training und im Spiel zu bestätigen, bis wir in den Herbstferien erstmals durchschnaufen können und auch ein besseres Bild haben, wo wir wirklich stehen.“
Genau darin liegt die Aufgabe für die kommenden Wochen: den gelungenen Auftakt nicht überzubewerten, sondern ihn als Grundlage zu nehmen. 34:27 in Offenbach sind zwei wichtige Punkte und ein erstes Ausrufezeichen – nicht mehr, aber auch nicht weniger.
Bild zur Meldung: MSG 2 startet mit Ausrufezeichen in die Runde





